Die Jahre 1990 bis 1999:
"Cyberspace, Internet, Globalisierung und die Deutschen im Krieg"
Samstag, den 4.12.1999 um 18.30 Uhr
Die 90er Jahre sind im zeitlichen Abstand noch zu nah und zu gegenwärtig, als daß es uns gelingen könnte eine historische Kurzanalyse, wie bei den vorangegangenen Seminarabenden, zu entwerfen. Noch ergeben sich in der historischen Bewertung mehr offene Fragen als Antworten. Diesem Umstand tragen wir Rechnung, indem wir den folgenden, längeren Text ausdrücklich als Diskussionsgrundlage verstanden wissen wollen. Hier sollen Fragen aufgeworfen, bzw. Phänomene beschrieben werden. Möglicherweise provozierende Thesen sind durchaus beabsichtigt. Wir freuen uns schon auf Eure eigenen Beiträge:
Zum Ende des Jahrhunderts machen neue Medien und Technologien ungeahnte Entwicklungssprünge. Jetzt gelingt der Industrie der Transfer der zum Teil höchst komplexen Erfindungen auf die Alltagsebene. Durch die Herstellung dieser Produkte in riesigen Mengen, gelang es die Preise auf ein Niveau zu drücken, das dem Normalverbraucher den Zugang erst ermöglichte. Dieser Output der Wissenschaftlichen Forschung, der letzten Jahrzehnte, wird in den 90ern zur Massenware und bestimmt und dominiert den Alltag von Millionen von Menschen zumindest in den entwickelten Ländern.
Vor allem die jüngeren Menschen stürzen sich enthusiastisch auf Produkte wie den inzwischen omnipresenten Computer, Handys, oder elektronisches Spielzeug aller Art. Zunächst einmal ist dies ein riesen Geschäft für die Schlüsselindustrien dieser Dekade. Der praktische Nutzen bzw. die tatsächliche Bereicherung der Alltagswelt darf natürlich bei einigen Hightech-Produkten bezweifelt werden. Einige dieser Millionenseller verschwinden folgerichtig, genau so schnell wieder vom Markt wie sie erschienen sind nicht ohne die Entwickler zu Multimilliardären gemacht zu haben - Tamagotchi!? War da was?
Seltsam fern klingen da die technologieskeptischen Äußerungen der 80er Jahre fast scheint es als würde die glitzernde "Startrek Welt" immer mehr zur Realität. Man fühlt sich belustigt an die Zukunftsvisionen und die Fortschrittsgläubigkeit der 50er erinnert
Die unglaubliche Konsumwut, im übrigen auch auf dem Informationssektor (Wer braucht wirklich die ständige Erreichbarkeit die das Handy vorgaukelt?, Wer ist - realistisch betrachtet - in der Lage die Informationen die das Internet zugänglich macht tatsächlich sinnvoll zu nutzen?), führt letztlich in die alte emotionale Sackgasse des patriarchalen Systems. Alles dreht sich um das "haben wollen". Der Besitz von tatsächlichen Konsumgütern wird dabei auf die Ebene des Besitzes von angeblicher Kommunikationsfähigkeit, oder den Zugang zu überflüssigen Informationen, verschoben.
Nach dem Ende der Sozialistischen Vision ist ein immer ungenierterer und unkritischerer Umgang mit den alten kapitalistischen Mechanismen von Markt, Ware und Nachfrage, zu beobachten. Die neuen Konsumgüter schaffen Bedürfnisse, deren Befriedigung in keiner Weise die Deckung der notwendigsten Primärbedürfnisse erleichtert. Kein Handy-user hat bessere, oder mehr, oder auch nur vereinfachte Sozialkontakte, kein Computerbesitzer löst durch welche Anwendung auch immer Beziehungsprobleme, Viritual reality verstellt uns mehr und mehr die Wahrnehmung für die tatsächliche Realität - für ihre Reize und ihre Gefahren.
Ein Alarmsignal das aus diesem Kontext nicht herauszulösen ist, stellt die wachsende Infantilisierung unserer Gesellschaft dar. Erwachsene Menschen gebärden sich wie Kleinkinder, verbringen Stunden vor dem Fernseher, lassen sich von der neuen Medienwelt berieseln: Passivität wird zu Scheinaktivität uminterpretiert. Den wenigsten dürfte zum Beispiel bewußt sein, daß sie nach stundenlangem Computerspiel weder körperlich noch geistig irgend etwas aktives getan haben. Alles was dabei scheinbar erlernt wird, erhöht nicht im geringsten die Problemlösungskompetenz im wirklichen Leben. Statt dessen entstehen neue Abhängigkeiten die bestenfalls behindern, schlechtestenfalls eine echte Bedrohung der Menschheit insgesamt darstellen.
Wahrscheinlich befreien uns die neuen Technologien von den großen menschlichen Problemen ebensowenig, wie die Industrialisierung die angestrebte gleichmäßige Verteilung von Arbeit oder Ressourcen leisten konnte. Um die im kommenden Jahrhundert lauernden Probleme besser in den Griff zu bekommen, benötigen wir selbständig denkende, aktiv handelnde und realitätsbezogene Menschen.
Im Zuge der Globalisierung sind diese Phänomene weltweit zu beobachten. Die 90er sind die erste Dekade dieses Jahrhunderts, die eine rein deutsche Perspektive auf die grundlegenden Probleme der Bevölkerung zu einer zu kurz greifenden Sichtweise werden lassen.
Die Idee von der Machbarkeit spiegelt sich äußerst facettenreich auf vielen gesellschaftlichen Ebenen. Eben mal mit militärischen Mitteln den Balkan befrieden kein Problem! Oder?
Umfrage Ergebnissen zufolge sind viele Deutsche heute so unzufrieden , wie nie seit dem 2. Weltkrieg. Gesellschaftliche Rahmenstrukturen haben ihre Tragfähigkeit eingebüßt. Gleichzeitig werden wir von immer raffinierteren, billigeren und allgemein zugänglichen Konsumgütern überschwemmt. Die meisten von uns besitzen heute als Individuum mehr, als zu irgend einem Zeitpunkt der Weltgeschichte der Masse der Individuen zur Verfügung stand. Längst wird der Besitz zur Last, der Konsum zum Streß. Die Sättigung der Grundbedürfnisse stellt paradoxerweise nicht die Lösung des Problems dar, sondern ist längst selbst zum Teil des Problems geworden.
Bekannt ist daß sich die Ressourcen global gesehen im nächsten Jahrhundert dramatisch verknappen werden. Diese Erkenntnis ist bekanntlich schon einige Jahrzehnte alt, erhält jedoch in den 90ern dramatische Aktualität, ohne daß dies zu den nötigen Weichenstellungen führt.
Wir werden uns im 21ten Jahrhundert mit weniger zufrieden geben müssen. Niemand will die kindliche Freude am Spiel mit den elektronischen Zauberwelten verteufeln. Gefragt sind jetzt , verantwortungsbewußtere und selbstlosere Persönlichkeitskonzepte. Dazu gehört auch der realitätsbezogene Umgang mit Beschränkungen, Verzicht und Bescheidenheit, als Ausdruck einer erwachsenen Identität. Es geht auch eine Nummer kleiner! Wir werden am anderen Ende verlorengegangenes wiederbekommen und neues entdecken. Nicht der technische Fortschritt ist das Problem, der zu recht eine magische Faszination auf uns ausübt, sondern der jungsteinzeitliche Gedanke vom individuellen Eigentum und der ebenso alte Zwang der Besitzstandsmehrung, der so gar nicht ins euphorische Aufbruchsprogramm für ein neues Jahrtausend paßt. Die Flucht aus den Realitäten bringt uns nicht weiter - die Angst vor dem neuen erst recht nicht. Ich wünsche mir echte revolutionäre Modernität auch außerhalb der Minisparte der Hochtechnologien. Warum sind wir in den anderen Bereichen nur so schrecklich rückständig?
Peter Obrist
Ist Sargau eine Oase der Modernität oder ein Hort der Reaktion ???
Fragen über Fragen. Wir analysieren den Ist-Zustand!
Menuefolge:
Überraschungsmenue mit globalisierenden Einflüssen.
Kostümvorschlag:
Lukas kommt wie immer(also Mischung zwischen 40er Jahre Trümmerlümmel und 80er Jahre Altöko mit einem Schuß geschenktes T-Shirt Neu!)
Alle andern kommen wie sie wollen oder in dem Fummel den sie für hip halten.
Er ist ein
ECHTES Kind der 90er Jahre.
Coole Klamotten und
Piercings, darauf steht die Jugend!
Obwohl
er anscheinend wenig Verständnis für Selbstverstümmelung hat...
MC Daler...
der coolste Streetfighter in der Sargauer Hood!
Grandmaster
L and the Furious Five kicken das Haus...
Double Income, No
Kids - eine typische 90er Jahre "Familie"
Lauter
junge, erfolgreiche Leute! Manche haben sogar Zeit für Kinder!
Aus Osteuropa
kommen eher obskure Geschäftsleute nach Sargau.
Der
Generationenkonflikt früherer Jahrzehnte scheint überwunden.
Wilde Techno-Musik
ist ein Merkmal der 90er...
Leider
brachte sie aber auch chemische Designerdrogen nach Deutschland
Diese Damen warten
schon auf die versprochenen internationalen Köstlichkeiten
Globalisierung
live - sogar aus Afrika sind Gäste angereist...
...und die
haben natürlich viel zu erzählen.
Auch
sie warten auf das verheißene Festmahl...
...das mit einer
leckeren Suppe eingeleitet wird.
Um der
Bedeutung Asiens in den 90ern Rechung zu tragen gibt es Sushi!
Sieht das nicht
wirklich verlockend aus?
Beim
Essen kommen sich Jung und Alt schnell näher.
Ob diese Herren
wohl über die gefährlichen Tigerstaaten diskutieren?
Und auch in
den 90ern wird noch gnadenlos geraucht - trotz Gesundheitswahn!
Nach den
anstrengenden Vorbereitungen tanzt der Koch sich frei!
Ihn haben die
hektischen 90er schon sichtlich mitgenommen.
Winke winke Poo,
winke winke LaLa!